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Lässig Statt Stressig
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Arbeitssucht bei Workaholics? [031]
Ich zeige dir, ob Workaholics wirklich süchtig nach Arbeitsstress sind und warum viele Menschen immer weiterarbeiten, obwohl sie längst spüren, dass es ihnen schadet.
  • Nutzung der ICD-10-Suchtkriterien zur Analyse von Workaholics
  • Die Illusion der Kontrolle durch das "Nur noch dieses eine Projekt"-Denken
Sucht nach Arbeit: Sind Workaholics wirklich süchtig nach Arbeitsstress?
Hand aufs Herz: Hast du dich schon mal dabei ertappt, wie du den Begriff „Workaholic“ fast schon wie ein Ehrenabzeichen vor dir hergetragen hast? In unserer Leistungsgesellschaft gilt es oft als tugendhaft, die Extrameile zu gehen, als Erster im Büro zu sein und als Letzter das Licht auszumachen. Doch ab wann wird aus gesundem Ehrgeiz eine echte Abhängigkeit?
In meiner Zeit als Projektingenieur dachte ich immer, ich müsste nur noch dieses eine Projekt perfekt abschließen, um endlich zur Ruhe zu kommen. Heute weiß ich: Das ist eine der größten Lügen, die wir uns im Dauerstress selbst erzählen.
In diesem Artikel nutzen wir die sechs medizinischen Kriterien der Suchtforschung (ICD-10), um herauszufinden, ob du lediglich engagiert bist oder ob du bereits tief in einer Arbeitssucht steckst. Diese Kriterien gelten offiziell nur für Substanzabhängigkeiten, bieten bei Stress aber eine interessante perspektive.
1.: Dauerstress bewältigen: Wenn das Verlangen nach Arbeit zur Zwangshandlung wird
Das erste Kriterium für eine Sucht ist ein starkes, oft unbezwingbares Verlangen. Bei klassischen Süchten ist es der Griff zur Flasche oder zur Zigarette. Bei der Sucht nach Arbeit ist es der zwanghafte Drang, „nur noch mal kurz“ die Mails zu checken oder am Sonntagabend das Meeting für Dienstag vorzubereiten.
Ich kenne das von mir selbst: Ich bin in meiner Hochstressphase immer früher aufgestanden, weil ich glaubte, wenn ich nur genug wegarbeite, gewinne ich die Kontrolle zurück.
Doch die Arbeit geht nie aus. Wenn du das Gefühl hast, dein Selbstwert hängt untrennbar an deiner To-Do-Liste, dann ist das Verlangen zu leisten kein freier Wille mehr, sondern ein innerer Zwang.
Wer seinen Dauerstress bewältigen will, muss diesen Mechanismus erst einmal entlarven.
2. und 3. : Arbeitssucht erkennen: Warum uns „Entzugserscheinungen“ in der Freizeit quälen
Kriterium zwei und drei der ICD-10 sind Entzugserscheinungen und Toleranzentwicklung. Während wir bei der Arbeitssucht selten körperliches Zittern erleben, ist es eher ein mentaler Effekt.
Kennst du das Gefühl, im Urlaub erst nach fünf Tagen so richtig „anzukommen“? Oder dass dir in der freien Zeit die Decke auf den Kopf fällt, weil du nicht weißt, was du mit dir anfangen sollst, wenn du nicht produktiv bist? Das ist die moderne Form der Entzugserscheinung. Dein System ist so auf Hochspannung programmiert, dass Stille als Bedrohung wahrgenommen wird.
In einzelnen Fällen sehe ich auch, dass Menschen eine Toleranz entwickeln: Früher reichten 40 Stunden für das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Heute müssen es 50, 60 oder 70 Stunden sein, um die innere Unruhe zu betäuben.
Wenn du merkst, dass dein Pensum schleichend steigt, solltest du hellhörig werden – das ist ein klassisches Warnsignal, um eine Arbeitssucht zu erkennen.
4. und 5.: Interessensverlust und Kontrollverlust: Wenn das Leben zur Einbahnstraße wird
Eines der deutlichsten Anzeichen für eine Suchtspirale ist der fortschreitende Interessensverlust.
  • Wann hast du das letzte Mal ein Hobby ausgeübt, ohne dabei an den nächsten Arbeitstag zu denken?
  • Wann warst du bei einem Abendessen mit Freunden wirklich präsent, anstatt gedanklich die Präsentation für morgen durchzugehen?
Sucht bedeutet Kontrollverlust. Wir verlieren die Fähigkeit zu sagen: „Es reicht für heute.“ Wir verpassen Termine, vernachlässigen die Familie und schieben soziale Kontakte beiseite, weil die Arbeit scheinbar immer Vorrang hat.
Das tückische: Wir glauben, wir hätten das Steuer noch in der Hand, während wir in Wahrheit nur noch reaktiv auf die Einschläge von außen antworten – wie in einem Boxauto ohne Lenkrad.
6.: Körperliche Stresssymptome ignorieren: Warum wir weitermachen, obwohl das System rebelliert
Das sechste und vielleicht schwerwiegendste Kriterium ist das Weitermachen trotz schädlicher Folgen.
Dein Körper führt Buch über deine Überstunden. Er sendet dir Signale: Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit oder körperliche Beschwerden wie Nackenschmerzen und Verdauungsprobleme.
Die meisten Menschen im Dauerstress spüren diese Konsequenzen sehr genau. Doch anstatt innezuhalten, drücken wir die Symptome weg. Wir funktionieren weiter, bis der Akku komplett auf Rot steht.
Wer seine Arbeitsstress Symptome ignoriert, fährt das System sehenden Auges gegen die Wand. Laut Suchtdiagnostik reicht es bereits aus, wenn drei dieser sechs Kriterien auf dich zutreffen, um von einer Abhängigkeit zu sprechen.
Auf Arbeitsstress lassen sich diese Kriterien zwar offiziell nicht übertragen, bieten aber eine interessante Sichtweise, das Verhalten zu verstehen.
Perfektionismus ablegen: Der Weg aus der Stressfalle zurück zur Leichtigkeit
Warum ist es so schwer, einfach mal die Maus fallen zu lassen? Weil hinter der Arbeitssucht immer mächtige innere Antreiber stecken.
Allen voran: der Perfektionismus. Wenn dein Unterbewusstsein glaubt, dass du nur wertvoll bist, wenn du 130 % leistest und keine Fehler machst, wirst du niemals den „Aus-Schalter“ finden.
Perfektionismus ablegen bedeutet nicht, dass deine Qualität sinkt. Es bedeutet, dass du deinen Selbstwert von deiner Leistung entkoppelst. Erst wenn wir an die Wurzel gehen und die alten Glaubenssätze in deinem Unterbewusstsein umprogrammieren, wird echte Gelassenheit möglich.
Bist du bereit, wieder selbst am Steuer deines Lebens zu sitzen?
Veränderung passiert nicht durch noch mehr Disziplin beim Entspannen. Sie passiert, wenn du die Mechanismen verstehst, die dich im Hamsterrad halten.
In meinem kostenlosen 30-minütigen Videotraining zeige ich dir die 3 essentiellen Schritte, wie du trotz hoher Verantwortung im Job endlich wieder innerlich zur Ruhe kommst – nachhaltig und ohne dein komplettes Leben auf den Kopf stellen zu müssen.