Lässig Statt Stressig
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3 Handlungsoptionen wenn der Job dich nervt [033]
Ich zeige dir, warum der bekannte Ratschlag „Love it, change it, leave it“ von 90 % der Menschen völlig falsch verstanden wird.
- Love it (Schritt 1): Eigene Stressmuster wie Perfektionismus und People-Pleasing auflösen.
- Change it (Schritt 2): Mutige Kommunikation und Eskalation zur Veränderung der Arbeitsbedingungen.
- Leave it (Schritt 3): Wann der Jobwechsel wirklich der einzig sinnvolle letzte Ausweg ist.
Arbeitsstress bewältigen: Die 3-Wege-Regel, die du wahrscheinlich völlig falsch verstehst
„So wie die Arbeit hier läuft, muss ich ja gestresst sein!“ Diese Überzeugung taucht in meinen Coachings immer mal wieder auf. Vielleicht kennst du das auch:
Das IT-System ist veraltet, die Kollegen nerven, und die Chefetage scheint komplett den Kontakt zur Basis verloren zu haben. In Stressmanagement-Seminaren wird dann oft die Formel „Love it, change it, or leave it“ (Liebe es, ändere es oder verlasse es) als ultimative Lösung präsentiert.
Doch die bittere Wahrheit ist: 90 % der Menschen verstehen diesen Leitsatz falsch. Sie nutzen ihn als Ausrede, um sich nicht mit ihren eigenen Themen beschäftigen zu müssen.
In diesem Artikel zeige ich dir, warum dein Arbeitsstress oft tiefer liegt als die bloßen Umstände und wie du die drei Optionen nutzt, um wirklich wieder in deine Kraft zu kommen.
Gedankenkarussell stoppen: Warum „Love it“ nichts mit Schönreden zu tun hat
Die meisten Menschen haken „Love it“ sofort ab. „Wie soll ich dieses Chaos denn lieben?“, fragen sie sich.
Doch „Love it“ bedeutet in Wirklichkeit: Lerne es zu lieben. Es ist der radikale Blick nach innen. Bevor du das System im Außen veränderst, darfst du prüfen, welche inneren Schalter bei dir auf „Dauer-Alarm“ stehen.
Ein klassisches Beispiel ist der Perfektionismus. Wenn dein innerer Anspruch bei 130 % liegt, nimmst du diesen Druck in jede Aufgabe und zu jedem Arbeitgeber mit. Du verzettelst dich in Details, bereitest Präsentationen viel zu aufwendig vor und bist am Ende des Tages frustriert, weil du den Berg nicht geschafft hast.
Hier hilft kein Jobwechsel, sondern nur die Arbeit an deinem Unterbewusstsein.
Frage dich ehrlich: Gibt es Kollegen, die in der gleichen Situation völlig gelassen bleiben? Wenn ja, ist der Stress kein Resultat der Umstände, sondern deiner Interpretation. Erst wenn du lernst, dein Gedankenkarussell zu stoppen und deine inneren Glaubenssätze („Ich muss leisten, um wertvoll zu sein“) aufzulösen, erfährst du echte Entlastung.
Überforderung am Arbeitsplatz: Wann „Change it“ ehrliche Eskalation braucht
Hast du wirklich schon alles versucht, um die Situation zu ändern? Oft höre ich: „Ich hab es ja angesprochen, aber es passiert nichts.“ Wenn wir tiefer graben, stellt sich meist heraus, dass es nur ein vorsichtiges Gespräch war, das ein überlasteter Chef längst wieder vergessen hat.
Um eine echte Überforderung am Arbeitsplatz zu lösen, braucht es mutige Kommunikation. Das System muss spüren, dass etwas nicht funktioniert. Solange du als „Feuerwehrmann“ das Unmögliche möglich machst, Überstunden schiebst und die Fehler im Prozess durch deine eigene Aufopferung ausgleichst, hat das Management keinen Grund zu handeln.
Grenzen setzen im Job ist hier der entscheidende Skill. Es geht darum, Missstände klar zu benennen und notfalls über Hierarchien hinweg zu eskalieren. Das erfordert Mut und das Überwinden von Ängsten (z. B. der Angst vor Ablehnung). Aber nur durch diese Transparenz schaffst du die Basis für ein Arbeitsumfeld, in dem du langfristig gesund bleiben kannst.
Berufliche Neuorientierung: Warum du bei „Leave it“ deine Stressmuster immer mitnimmst
Wenn die Arbeit an dir selbst (Schritt 1) und der Versuch, das System zu verbessern (Schritt 2), keine Früchte tragen, ist „Leave it“ die logische Konsequenz. Manchmal ist ein Umfeld schlicht toxisch oder die Randbedingungen passen absolut nicht mehr zu deinen Werten.
Doch Vorsicht: Eine berufliche Neuorientierung ist nur dann ein Befreiungsschlag, wenn du deine inneren Hausaufgaben gemacht hast. Wer kündigt, um dem Stress zu entfliehen, ohne seinen Perfektionismus oder sein „People-Pleasing“-Muster (den Drang, es allen recht machen zu wollen) abzulegen, wird beim neuen Arbeitgeber nach drei Monaten genau an der gleichen Stelle stehen.
Interessanterweise sehe ich viele Menschen, die sich viel zu lange in einem toxischen Arbeitsumfeld halten und aus Angst vor der Veränderung nicht konsequent handeln um sich selbst zu schützen. Auch hier hilft dann nur die Arbeit an diesen Ängsten um wirklich selbstbewusst für sich einstehen zu können.
Du nimmst dich selbst nämlich immer mit. Dein Unterbewusstsein ist der Autopilot, der dich steuert. Wenn dieser auf „Stress“ programmiert ist, wird er auch im neuen Traumjob wieder Situationen finden, die dich überfordern.
Dein Fahrplan aus der Stressfalle
Wahre Gelassenheit entsteht nicht durch das Hoffen auf bessere Zeiten oder einen netteren Chef.
Sie entsteht dort, wo du wieder die Kontrolle über dein internes System übernimmst.
1. Analysiere deine Muster: Wo machst du dir den Druck selbst?
2. Kommuniziere klar: Wo musst du Grenzen setzen und Dinge einfordern?
3. Triff eine Entscheidung: Sei ehrlich: sind es Ängste, die dich davon abhalten ein ungesundes Arbeitsumfeld zu verlassen?
Und diese Auflistung ist tatsächlich auch als Reihenfolge zu verstehen. Bei den Menschen, die ich unterstütze, gehe ich IMMER zuerst an die inneren Muster. Die machen dann auch automatisch alle Aktionen in Feld 2 und 3 einfacher.
Es wird leichter mit einer starken Kommunikation für sich einzustehen - aus der inneren Kraft heraus und nicht aus der Angst.
Und gleichzeitig wird es auch einfacher, ggf. eine ungesunde Arbeitsumgebung zu verlassen, anstatt sich darin gefangen zu fühlen.
Möchtest du wissen, wie du diese inneren Muster am effizientesten angehen kannst?
In meinem kostenlosen 30-minütigen Videotraining zeige ich dir die 3 essentiellen Schritte, wie du trotz hoher Verantwortung im Job innerlich zur Ruhe kommst – nachhaltig und ohne dein komplettes Leben auf den Kopf stellen zu müssen.