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Lässig Statt Stressig
Der Blog zum Podcast
Deshalb schiebst du deine Aufgaben ewig auf [020]
Vermeintliche Ursachen der Aufschieberitis
  • Hintergrund-Ängste: Angst vor Scheitern (Perfektionismus) oder Angst vor dem Erfolg
  • Ablenkungsfalle: Wie der Dopamin-Haushalt durch ständige Ablenkungen (Social Media, E-Mails) die Konzentration auf die Hauptaufgabe erschwert
Prokrastination überwinden: Warum du vor dem „unbezwingbaren Berg“ erstarrst und wie du endlich ins Handeln kommst
Kennst du diese eine Aufgabe? Sie liegt seit Wochen auf deinem Schreibtisch – oder besser gesagt: Sie geistert durch deinen Hinterkopf. Jedes Mal, wenn du daran denkst, spürst du diesen inneren Widerstand.
Ein mulmiges Gefühl steigt auf, dein Puls beschleunigt sich leicht, und plötzlich scheint es extrem wichtig zu sein, erst einmal das E-Mail-Postfach zu sortieren oder die Kaffeemaschine zu entkalken.
Dieses Phänomen nennen wir Prokrastination oder schlicht Aufschieberitis. Doch lass dir eines gesagt sein: Es hat nichts mit Faulheit zu tun. In Wirklichkeit ist es ein ungleicher Kampf in deinem Inneren, der dich massiv Energie kostet.
In diesem Artikel erfährst du, warum dein Gehirn bei bestimmten Aufgaben auf „Stop“ schaltet und mit welchen Strategien du den Knoten platzen lässt, um wieder mit Leichtigkeit und Fokus zu arbeiten.
Aufschieberitis stoppen: Warum dein Gehirn zwischen Langeweile und Angst gefangen ist
Wenn wir Aufgaben vor uns herschieben, lassen sich diese meist in zwei Kategorien einteilen. Die erste Kategorie ist schlichtweg langweilig. Ein klassisches Beispiel ist die Steuererklärung. Wir wissen, dass wir sie machen müssen, aber sie bietet keinerlei kreativen Anreiz. Unser Gehirn, das ständig nach Belohnung sucht, verweigert hier schlicht den Dienst.
Die zweite Kategorie ist viel tückischer: Die Aufgabe wirkt zu komplex. Sie ist wie der Gipfel eines Berges, der so hoch in den Wolken liegt, dass wir gar nicht wissen, wo wir den ersten Schritt setzen sollen. Anstatt loszugehen, erstarren wir in einer Art Schockstarre.
Verstärkt wird dieser Effekt durch unsere moderne Welt der ständigen Ablenkung. Jedes Mal, wenn du dein Smartphone zückst, um der unangenehmen Aufgabe zu entkommen, fütterst du dein Belohnungssystem mit billigem Dopamin. Du trainierst dein Gehirn gewissermaßen darauf, bei kleinstem Widerstand sofort den „Fluchtweg“ in Richtung Social Media oder News-Portale zu nehmen.
Perfektionismus ablegen: Die Angst vor dem Scheitern (und dem Erfolg)
Hinter der chronischen Aufschieberitis stecken oft tieferliegende psychologische Muster. Einer der größten Stresstreiber ist hier der Perfektionismus. Wenn dein eigener Anspruch bei 130 % liegt, wird jede Aufgabe zur Bedrohung. Du hast Angst, dass das Ergebnis nicht gut genug ist, dass du kritisiert wirst oder – im Kern – dass du als Person nicht „gut genug“ bist.
Interessanterweise beobachte ich bei meinen Klienten auch oft die Angst vor dem Erfolg. Das klingt paradox, aber Erfolg bedeutet oft Sichtbarkeit. Und Sichtbarkeit bedeutet Angreifbarkeit. Wenn dein Unterbewusstsein darauf programmiert ist, dass es sicherer ist, „unter dem Radar“ zu bleiben, wird es dich durch Prokrastination sabotieren, sobald eine Aufgabe dich wirklich voranbringen würde.
In der Psychologie sprechen wir hier von einem Konflikt zwischen inneren Anteilen. Es ist wie in der Politik: Ein Teil von dir will Gas geben (der Antreiber), ein anderer Teil will dich vor Gefahr schützen (der Beschützer). Wenn diese beiden keine Koalition bilden, tritt der Stillstand ein – und du steckst im Dauerstress fest.
Fokus finden im Job: Warum „Kleinhacken“ dein wichtigstes Werkzeug ist
Wenn du spürst, dass du vor einer Aufgabe stehst, die unbezwingbar groß wirkt, dann hör auf, auf den Gipfel zu starren. Die einzige Möglichkeit, diesen Widerstand zu brechen, ist, die Aufgabe „klein zu hacken“.
Stell dir nicht vor, die komplette Steuererklärung zu machen. Dein Ziel für heute sind lediglich 10 Minuten. In diesen 10 Minuten tust du nichts weiter, als die Belege auf den Tisch zu legen oder das Programm zu öffnen. Mehr nicht.
Warum das funktioniert?
  1. Der erste Schritt ist die Hürde: Sobald du angefangen hast, verliert das Monster seinen Schrecken. Oft kommt man nach den ersten 10 Minuten ganz automatisch in einen Workflow.
  2. Dopamin-Retraining: Wenn du dir kleine Etappenziele setzt und diese erreichst, erlebst du wieder echte Erfolgserlebnisse. Du trainierst dein Gehirn darauf, dass Handeln belohnt wird.
  3. Abbau der Zeitnot: Durch das frühe Starten vermeidest du den massiven Last-Minute-Stress, der entsteht, wenn die Deadline unerbittlich näher rückt.
Zeitmanagement Tipps: Vom Reagieren ins Agieren kommen
Prokrastination ist oft ein Zeichen dafür, dass du in deinem Job nur noch reaktiv unterwegs bist. Du sitzt in einem „Boxauto“ und wartest nur auf den nächsten Aufprall (die nächste E-Mail, den nächsten Anruf), anstatt selbst das Steuer in die Hand zu nehmen.
Um wieder zum Regisseur deines Arbeitstages zu werden, braucht es Struktur:
  • Blocke feste Zeiten: Reserviere dir im Kalender ungestörte Zeitfenster für deine „A-Aufgaben“.
  • Schalte Ablenkungen aus: Handy weg, Benachrichtigungen am PC aus. Dein Gehirn braucht Stille, um in den Fokus zu finden.
  • Feiere kleine Siege: Schreib dir am Abend auf, was du geschafft hast – auch wenn es nur der erste Schritt eines großen Projekts war.
Möchtest du wissen, wie du deinen inneren Autopiloten dauerhaft auf „Machen“ programmierst?
Oft liegen die Ursachen für Prokrastination tief in unserem Unterbewusstsein verankert. In meinem kostenlosen 30-minütigen Videotraining erkläre ich dir die 3 essentiellen Schritte, wie du deine inneren Blockaden löst und trotz hoher Verantwortung im Job wieder zu innerer Ruhe und echter Tatkraft findest.