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Lässig Statt Stressig
Der Blog zum Podcast
Die dunkle Seite der positiven Psychologie bei Stress [014]
Warum Tools der Positive Psychologie (Dankbarkeit etc.) alleine nicht reichen.
Die Gefahr: Nur Symptome kaschieren. Das Fundament vs. die Wand streichen: Warum du an die Ursachen musst.
Dauerstress an der Wurzel packen: Warum Dankbarkeit und „positives Denken“ oft nicht ausreichen
Im vorigen Blogartikel habe ich die Stärken und Potentiale der Positiven Psychologie dargestellt. Vielleicht hast du diese Tools der sogar schon ausprobiert. Und vielleicht spürst du erste Vorteile oder hast z.B. schon eine schwierige Situation mit Power Posen gemeistert. Dein Schlaf verbessert sich kurzzeitig, der Blutdruck sinkt und du spürst ein Fünkchen Hoffnung.
Doch dann kommt der nächste Montag. Die nächste Lawine an E-Mails überrollt dich, ein Kollege kritisiert dein Projekt oder die Deadline rückt unerbittlich näher – und plötzlich ist die Wirkung verpufft. Du steckst wieder mitten im Gedankenkarussell und die mühsam aufgebaute „positive Stimmung“ bröckelt schneller weg, als du „Resilienz“ sagen kannst.
In diesem Artikel erfährst du, warum diese Tools alleine oft nur ein Pflaster auf einer tiefen Wunde sind und warum du die Ursachen von Dauerstress tiefer graben musst, um echte Freiheit zu gewinnen.
Symptombehandlung vs. Ursachenarbeit: Die Metapher der bröckelnden Fassade
Stell dir vor, du hast ein altes Haus. Das Mauerwerk ist marode, das Fundament hat Risse und die Struktur bröckelt. Was würdest du tun? Wahrscheinlich würdest du nicht einfach nur einen Eimer Farbe nehmen und die Fassade in einem schönen Pastellton überstreichen, oder?
Sicher, für den Moment sieht es toll aus. Das Haus glänzt in der Sonne. Aber die ist vollkommen klar: Sobald der nächste Sturm aufzieht oder der erste Hagel gegen die Wand peitscht, wird die Farbe abblättern. Das marode Mauerwerk darunter kommt wieder zum Vorschein. Du müsstest nach jedem Regenschauer neu streichen, um den Schein zu wahren.
Genau das passiert, wenn du versuchst, deinen Arbeitsstress bewältigen zu wollen, indem du nur auf Tools der Positiven Psychologie setzt:
  • Die Tools sind die Farbe.
  • Dein Unterbewusstsein und deine Prägungen sind das Mauerwerk.
Wenn die Grundsubstanz – also deine inneren Muster – nicht stabil ist, bekämpfst du lediglich das Symptom. Du investierst Unmengen an Zeit in Entspannungsrituale, nur um das eigentliche Problem zu kaschieren. Echte Veränderung beginnt am Fundament.
Glaubenssätze auflösen: Wenn „Leistung = Anerkennung“ dein System steuert
Einer der häufigsten Gründe, warum Menschen in die Stressfalle tappen, ist ein tief sitzender Glaubenssatz: „Ich muss leisten, um wertvoll zu sein.“
Vielleicht hast du schon früh gelernt, dass Zuneigung und Liebe an Bedingungen geknüpft waren. Gute Noten brachten Lob, Fehler führten zu Liebesentzug oder Enttäuschung. Heute, als Erwachsener in einer verantwortungsvollen Position, agiert dein Unterbewusstsein immer noch nach diesem alten Drehbuch.
Das hat fatale Folgen für deinen Alltag:
  1. Schuldgefühle beim Nein-Sagen: Sobald du eine Grenze setzt oder Hilfe ablehnst, macht dir dein Unterbewusstsein ein schlechtes Gewissen.
  2. Dauer-Erledigungsmodus: Selbst in der Freizeit kannst du nicht einfach nur in der Sonne sitzen. Du musst To-Do-Listen abhaken, um deine Existenz vor dir selbst zu rechtfertigen.
  3. Innerer Kampf: Während du versuchst, dich mit Dankbarkeit „gut zu fühlen“, schreit dein innerer Antreiber gleichzeitig: „Du hast noch nicht genug getan!“
Solange du diesen Kampf gegen deine eigenen 95 % Unterbewusstsein führst, bleibst du im Hamsterrad gefangen.
Chronischen Stress bewältigen: Warum Verdrängung keine Lösung ist
Es fällt uns oft schwer, die innere Unruhe auszuhalten. Der erste Impuls ist meist Ablenkung oder die Flucht in eine vermeintlich positivere Stimmung. Doch jedes unangenehme Gefühl – sei es Angst, Wut oder Überforderung – hat eine Botschaft. Wenn du nur „Farbe drüber streichst“, ignorierst du das Signal deines Systems.
Wer chronischen Stress bewältigen will, kommt nicht umhin, hinzuschauen. Das bedeutet:
  • Die Unruhe kurzzeitig aushalten und erforschen.
  • Fragen: Was ist die eigentliche Ursache für diesen Druck?
  • Erkennen: Welche alten Verletzungen oder Überzeugungen werden gerade getriggert?
Erst wenn dir bewusst ist, welches Muster gerade abläuft, hast du die Chance, es zu verändern. Ohne dieses Bewusstsein bleibst du ein Statist in deinem eigenen Leben, der nur reaktiv auf die Einschläge von außen antwortet.
Unterbewusstsein umprogrammieren: Der Weg zum stabilen Fundament
Versteh mich nicht falsch: Dankbarkeit und Achtsamkeit sind großartige Werkzeuge. Aber sie entfalten ihre volle Kraft erst dann, wenn das Mauerwerk darunter saniert wurde.
Wenn du deine inneren Überzeugungen verändert und gelernt hast, dass dein Wert nicht von deiner Überstundenzahl abhängt, dann musst du nicht mehr gegen dein Unterbewusstsein ankämpfen. Du arbeitest mit ihm zusammen.
Dann ist Gelassenheit kein mühsam erzwungener Zustand mehr, sondern dein natürliches Fundament. Der „Anstrich“ mit positiven Tools hält dann dauerhaft, weil er auf einer soliden Basis haftet.
Bist du bereit, die Sanierung deines Fundaments anzugehen?
Vom Projektingenieur zum Heilpraktiker für Psychotherapie habe ich diesen Weg selbst durchlaufen. Ich weiß, dass Veränderung leicht sein darf, wenn man an der richtigen Stelle ansetzt.
In meinem kostenlosen 30-minütigen Videotraining zeige ich dir die 3 essentiellen Schritte, wie du dein Unterbewusstsein umprogrammieren kannst, um den Arbeitsstress endlich an der Wurzel aufzulösen – ganz ohne dein komplettes Leben auf den Kopf stellen zu müssen.